Strategische Neuausrichtung: Gesundheitssektor gewinnt an Bedeutung, Technologierisiken werden reduziert
Die vergangene Handelswoche war von erheblichen Schwankungen an den US-Börsen und einer intensiven Quartalsberichtssaison geprägt. Besonders Technologie- und KI-Unternehmen gerieten unter Druck, während ausgewählte Gesundheitsunternehmen mit überzeugenden Geschäftszahlen auf sich aufmerksam machten.
Am Freitag, dem 30. Oktober, verlor der Nasdaq Composite 2,86 %, der S&P 500 gab 1,82 % nach. Anleger hinterfragten zunehmend die hohen Investitionsausgaben der Technologiekonzerne und deren zukünftige Rentabilität.
Die US-Notenbank beließ den Leitzins am 28. Oktober unverändert bei 3,75–4,00 %. Gleichzeitig sorgen geopolitische Entwicklungen und die bevorstehenden US-Zwischenwahlen für zusätzliche Unsicherheit.
Die UMBRELLA Strategie reagierte mit gezielten Portfolioanpassungen. Im Mittelpunkt standen die Wiederaufnahme und Aufstockung von Bayer sowie deutliche Reduzierungen bei Alphabet und SpaceX.
Unser Schwerpunkt bleibt die Kombination aus Gesundheitswesen, künstlicher Intelligenz, Raumfahrttechnologie und Verteidigung.
Portfolioveränderungen im Überblick
Die Anpassungen spiegeln unseren aktiven Investmentansatz wider. Während sich bei Bayer die juristische Ausgangslage verbesserte, reagierten wir bei Alphabet und SpaceX auf erhöhte technische Risiken.
Bayer: Juristischer Durchbruch unterstützt Wiederaufnahme
Eine der wichtigsten Entscheidungen war die Wiederaufnahme von Bayer in die UMBRELLA Strategie.
Am 29. Oktober entschied eine Jury in Missouri einstimmig zugunsten der Bayer-Tochter Monsanto. Es handelte sich um den ersten Roundup-Prozess nach der richtungsweisenden Entscheidung des US Supreme Court vom Juni 2026.
Die Kläger konnten ihre Vorwürfe hinsichtlich Produktfehlern, Täuschung und Fahrlässigkeit nicht durchsetzen.
Dieser Erfolg verbessert die juristische Ausgangslage im Glyphosatkomplex erheblich. Allerdings bestehen weitere Verfahren und finanzielle Risiken fort. Auch die endgültige Genehmigung des umfassenderen Vergleichs bleibt abzuwarten.
Zusammen mit der positiven technischen Entwicklung unterstützte dies unsere Entscheidung, Bayer wieder aufzunehmen und anschließend deutlich aufzustocken.
Die Aktie ist inzwischen mit 7,2 % im Portfolio gewichtet.
Alphabet und SpaceX: Konsequente Risikoreduktion
Bei Alphabet standen die Quartalszahlen vom 28. Oktober im Mittelpunkt.
Der Konzern meldete ein Umsatzwachstum von 25 % auf 127,6 Mrd. USD. Besonders beeindruckend entwickelte sich Google Cloud mit einem Wachstum von 103 % auf 30,7 Mrd. USD.
Trotz dieser starken operativen Entwicklung reagierte die Börse negativ. Insbesondere die erheblichen Investitionen in KI-Infrastruktur und die Frage nach deren zukünftiger Rentabilität belasteten die Bewertung.
Aufgrund der negativen Kursreaktion und der verschlechterten technischen Ausgangslage reduzierten wir Alphabet deutlich auf 4,6 %.
Auch bei SpaceX wurde das Engagement zurückgeführt.
Nach den jüngsten Kursschwankungen und den Unsicherheiten rund um auslaufende Lock-up-Fristen entschieden wir uns für eine schrittweise Reduktion.
SpaceX bleibt mit 10,7 % weiterhin eine bedeutende Beteiligung. Die langfristige Wachstumsperspektive bleibt interessant, kurzfristig steht jedoch die technische Stabilisierung im Vordergrund.
Lockheed Martin wurde unter Berücksichtigung der bestehenden ESG-Vorgaben vollständig aus dem Portfolio entfernt.
Eli Lilly: Herausragende Quartalszahlen bestätigen Investmentthese
Eine der überzeugendsten Unternehmensentwicklungen lieferte Eli Lilly.
Der US-Pharmakonzern präsentierte am 29. Oktober außergewöhnlich starke Quartalsergebnisse:
- Umsatzwachstum von 39 % auf 24,4 Mrd. USD
- Bereinigter Gewinn je Aktie von 7,48 USD
- Anhebung der Jahresumsatzprognose auf 91–92 Mrd. USD
Wesentliche Wachstumstreiber bleiben die Medikamente Mounjaro und Zepbound zur Behandlung von Diabetes und Adipositas.
Die weltweit steigende Nachfrage, zusätzliche Produktionskapazitäten und die Erweiterung des Produktportfolios unterstützen die langfristigen Geschäftsperspektiven.
Eli Lilly ist aktuell mit 18,3 % unsere größte Portfolioposition und weist seit Aufnahme eine positive Positionsperformance von rund 23 % auf.
AbbVie und Revolution Medicines stärken das Gesundheitssegment
Auch AbbVie überzeugte mit seinen am 30. Oktober veröffentlichten Quartalszahlen.
Der Umsatz stieg um 10,3 % auf 17,4 Mrd. USD. Der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 3,82 USD. Besonders die Medikamente Skyrizi und Rinvoq unterstützten die Entwicklung des Immunologiegeschäfts.
Das Unternehmen hob zudem seine Jahresgewinnprognose an.
Revolution Medicines bleibt ebenfalls eine unserer wichtigsten Beteiligungen. Das Unternehmen entwickelt innovative Krebstherapien, wobei die kommerzielle Entwicklung von RASONQUE und weitere klinische Fortschritte im Mittelpunkt stehen.
Mit einer aktuellen Gewichtung von 16,6 % zählt Revolution Medicines zu unseren größten Positionen.
Zusammen mit Johnson & Johnson und Bayer bildet das Gesundheitswesen inzwischen den mit Abstand wichtigsten Branchenschwerpunkt unserer Strategie.
Aktuelle Sektorverteilung
Die jüngsten Anpassungen haben die Branchengewichtung deutlich verändert.