TKMS setzt seinen starken Wachstumskurs im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 fort. Der Umsatz in den ersten neun Monaten stieg um 19 %. Gestützt durch einen Auftragsbestand von rund 20 Mrd. EUR und eine starke Nachfrage nach Marineplattformen hebt das Management seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr deutlich an.
TKMS: Wachstum beschleunigt sich bei anhaltend starker Nachfrage im Marinesektor
TKMS erzielte einen Umsatz von rund 1,9 Mrd. EUR, was einem Anstieg von 19 % gegenüber dem Vorjahrentspricht.
Das bereinigte EBIT erhöhte sich auf 110 Mio. EUR, verglichen mit 98 Mio. EUR im Vorjahreszeitraum.
Besonders wichtig ist die deutliche Anhebung der Umsatzprognose für das Gesamtjahr. TKMS erwartet nun für das Geschäftsjahr 2025/26 ein Umsatzwachstum von 10–12 %, gegenüber der bisherigen Prognose von 2–5 %.
Der optimistischere Ausblick spiegelt insbesondere die positive Entwicklung bei ATLAS ELEKTRONIK und im Bereich Surface Vessels wider, während für das U-Boot-Geschäft ein moderates Wachstum erwartet wird.
Q3 / 9M 2025/26 auf einen Blick
| Kennzahl | 9M 2025/26 | Veränderung zum Vorjahr |
|---|---|---|
| Umsatz | 1,9 Mrd. EUR | +19 % |
| Bereinigtes EBIT | 110 Mio. EUR | +12 % |
| Bereinigte EBIT-Marge | 5,8 % | -0,3 Prozentpunkte |
| Auftragseingang | 3,6 Mrd. EUR | -58 % |
| Auftragsbestand | 20 Mrd. EUR | – |
Wichtigste Highlights
- Der Auftragseingang belief sich auf 3,6 Mrd. EUR und lag damit deutlich unter den 8,6 Mrd. EUR des Vergleichszeitraums. Der Rückgang ist jedoch in erster Linie auf außergewöhnlich große Aufträge im Vorjahr zurückzuführen und nicht auf eine schwächere zugrunde liegende Nachfrage.
- Der Auftragsbestand blieb mit rund 20 Mrd. EUR auf einem sehr hohen Niveau.
Was prägte das Quartal?
Das dritte Quartal unterstrich erneut die Transformation von TKMS von einem traditionellen Marineschiffbauer zu einem breiter aufgestellten Marinetechnologie- und Verteidigungsunternehmen.
Die stärkste operative Dynamik kommt derzeit von ATLAS ELEKTRONIK und dem Geschäftsbereich Surface Vessels.
Der Auftragsbestand von rund 20 Mrd. EUR bleibt eine der wichtigsten Stärken von TKMS. Er entspricht einer Produktionsauslastung über viele Jahre hinweg.
Wichtige strategische Entwicklungen
Neben der finanziellen Entwicklung war das Quartal von mehreren strategisch bedeutenden Entwicklungen geprägt.
Kanada – bedeutende Chance im U-Boot-Geschäft
Eine der wichtigsten Entwicklungen war die Entscheidung Kanadas, TKMS als bevorzugten Anbieter für das Canadian Patrol Submarine Project auszuwählen.
Ein endgültiger Vertrag wurde bislang noch nicht abgeschlossen. Das Projekt sollte daher noch nicht als Bestandteil des gesicherten Auftragsbestands betrachtet werden.
MEKO A-200 Fregatten für Deutschland
TKMS erzielte auch im Bereich der Überwasserschiffe bedeutende Fortschritte.
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages genehmigte die Beschaffung von vier MEKO A-200 DEU Fregatten sowie Optionen für zusätzliche Schiffe.
Wachsende internationale Nachfrage
Auch außerhalb Europas nimmt die Nachfrage zu.
Das Management verwies auf ein zunehmendes Interesse aus Ländern am Persischen Golf, insbesondere in Bereichen wie der Minenabwehrtechnologie.
Auftragsentwicklung
| Kennzahl | 9M 2025/26 | 9M 2024/25 |
|---|---|---|
| Auftragseingang | 3,6 Mrd. EUR | 8,6 Mrd. EUR |
| Auftragsbestand | ca. 20 Mrd. EUR | – |
Quelle: TKMS, Finanzergebnisse Q3 2026.
Obwohl der Auftragseingang im Jahresvergleich deutlich zurückging, wird der Vergleich durch große Aufträge verzerrt, die im Vorjahreszeitraum eingegangen waren.
Der wichtigere Indikator für TKMS bleibt daher der Auftragsbestand.
Mit rund 20 Mrd. EUR entspricht dieser einem Vielfachen des derzeitigen Jahresumsatzes und bietet dem Unternehmen eine starke Grundlage für langfristiges Wachstum.
Aktualisierte Prognose für FY2025/26
| Prognose | Neuer Ausblick | Bisheriger Ausblick |
|---|---|---|
| Umsatzwachstum | +10–12 % | +2–5 % |
| Bereinigte EBIT-Marge | bis zu 6,5 % | über 6 % |
Der verbesserte Ausblick stellt eine deutliche Beschleunigung gegenüber den Erwartungen zu Beginn des Geschäftsjahres dar.
MUMAK Einschätzung
Der Umsatzanstieg von 19 %, das höhere bereinigte EBIT sowie die deutliche Anhebung der Jahresprognose schaffen eine starke Grundlage für weiteres langfristiges Wachstum.
Besonders wichtig ist die zunehmende Diversifizierung des Geschäftsmodells. TKMS ist nicht mehr ausschließlich vom U-Boot-Bau abhängig. Der wachsende Beitrag von Surface Vessels und ATLAS ELEKTRONIK erweitert den adressierbaren Markt des Unternehmens. Kanada stellt darüber hinaus eine zusätzliche bedeutende langfristige Wachstumschance dar.
Insgesamt bleibt TKMS eine der attraktivsten strukturellen Wachstumsgeschichten im europäischen Marine- und Verteidigungssektor.
Die Q3-Ergebnisse von TKMS stärken unsere positive langfristige Einschätzung des Unternehmens.
Technische Analyse und Kursreaktion
Die TKMS-Aktie reagierte deutlich positiv auf die Q3-Ergebnisse und die angehobene Jahresprognose.
Der Aktienkurs sprang in Richtung 99,4 EUR und testete damit die wichtige Widerstandszone bei 99,7–100 EUR, die bereits zuvor ein bedeutendes Hoch markiert hatte.
Die Kursreaktion ist aus technischer Sicht relevant, da die Aktie den kurzfristigen Widerstand im Bereich von 93–94 EUR überwunden hat und nun die obere Begrenzung der breiteren Konsolidierungsformation testet.
| Indikator | Bewertung | Interpretation |
|---|---|---|
| RSI (14) | Positiv | Der tägliche RSI ist auf rund 71 gestiegen und befindet sich damit leicht im überkauften Bereich. |
| MACD | Positiv | Der MACD liefert ein bullishes Signal. |
| Bollinger Bänder | Positiv | Der Aktienkurs ist stark in Richtung des oberen Bollinger-Bandes gestiegen und hat dieses leicht überschritten. Dies ist ein weiteres Zeichen für eine starke Kaufdynamik. |
Insgesamt hat sich das technische Bild nach den Q3-Ergebnissen deutlich verbessert. Die starken fundamentalen Nachrichten wurden von einem bullishen Kursausbruch begleitet.
MUMAK Einschätzung – Technisches Fazit
Aus technischer Sicht bleibt TKMS bullish. Der RSI sowie die Position des Aktienkurses oberhalb des oberen Bollinger-Bandes deuten jedoch darauf hin, dass die Aktie kurzfristig zunehmend überkauft ist.