Bayer verzeichnete im dritten Quartal 2026 steigende Umsätze und ein verbessertes bereinigtes operatives Ergebnis. Wesentlicher Wachstumstreiber war das Pharmageschäft, insbesondere die positive Entwicklung der Medikamente Nubeqa und Kerendia. Auf dieser Grundlage hob der Konzern seine Ergebnis- und Cashflow-Prognose für das Gesamtjahr an.

Gleichzeitig belasten die schwächere Entwicklung im Agrargeschäft, ein negativer Free Cashflow und weiterhin bestehende Rechtsrisiken das finanzielle Gesamtbild.

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Bayer | Q3 2026

Finanzergebnisse · Vorjahresvergleich

10,05 Mrd. € Konzernumsatz +4,1 % zum Vorjahr
1,62 Mrd. € EBITDA vor Sondereinflüssen +6,9 % zum Vorjahr
0,31 € Bereinigtes Ergebnis je Aktie −36,7 % zum Vorjahr
−672 Mio. € Konzernergebnis Verlust verringert
−293 Mio. € Free Cashflow Q3 2025: +596 Mio. €
31,08 Mrd. € Nettofinanzverschuldung −5,0 % zum Vorjahr

Quelle: Bayer, Quartalsmitteilung Q3 2026.

Finanzkennzahlen im Detail

Kennzahl Q3 2026 Veränderung zum Vorjahr
Konzernumsatz 10,05 Mrd. EUR +4,1 %
EBITDA vor Sondereinflüssen 1,62 Mrd. EUR +6,9 %
EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen 16,1 % +0,5 PP
Bereinigtes Ergebnis je Aktie 0,31 EUR −36,7 %
Konzernergebnis −672 Mio. EUR Verlust reduziert
Free Cashflow −293 Mio. EUR Vorjahr: +596 Mio. EUR
Nettofinanzverschuldung 31,08 Mrd. EUR −5,0 %

Quelle: Bayer, Quartalsmitteilung Q3 2026.

Währungs- und portfoliobereinigt stieg der Konzernumsatz um 1,9 %. Die Verbesserung des EBITDA vor Sondereinflüssen wurde vor allem durch die Pharmasparte getragen.

Das Konzernergebnis blieb unter anderem aufgrund von Wertminderungen und Aufwendungen im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten negativ.

Pharmaceuticals: Wichtigster Wachstumstreiber

Die Pharmasparte erzielte einen Umsatz von 4,68 Mrd. EUR. Währungs- und portfoliobereinigt entspricht dies einem Wachstum von 6,4 %.

Besonders positiv entwickelten sich zwei wichtige Medikamente:

  • Nubeqa, zur Behandlung von Prostatakrebs, verzeichnete ein währungs- und portfoliobereinigtes Umsatzwachstum von 58,3 % und erreichte einen Quartalsumsatz von rund 1 Mrd. EUR.

  • Kerendia, zur Behandlung chronischer Nierenerkrankungen und Herzinsuffizienz, erzielte auf derselben Basis ein Umsatzwachstum von 64,9 %.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen der Pharmasparte erhöhte sich um 23,6 % auf 1,29 Mrd. EUR. Die entsprechende Marge erreichte 27,6 %.

Die Entwicklung zeigt, dass neuere Medikamente die rückläufigen Umsätze etablierter Produkte wie Xarelto und Eylea zunehmend kompensieren. Letztere stehen weiterhin unter Druck durch Patentabläufe.

Crop Science und Consumer Health: Uneinheitliche Entwicklung

Crop Science erzielte einen Umsatz von 3,88 Mrd. EUR. Währungs- und portfoliobereinigt entspricht dies einem Rückgang von 2,4 %.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen sank um 41,3 % auf 101 Mio. EUR. Belastend wirkten höhere Kosten und eine schwächere Nachfrage in Teilen des Pflanzenschutzgeschäfts.

Consumer Health erwirtschaftete einen Umsatz von 1,45 Mrd. EUR. Währungs- und portfoliobereinigt blieb der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal nahezu unverändert.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen ging um 4,4 % auf 347 Mio. EUR zurück. Höhere Marketinginvestitionen und ein herausforderndes Marktumfeld belasteten die Profitabilität.

Die Ergebnisse verdeutlichen die unterschiedliche operative Entwicklung der drei Geschäftsbereiche.

Bayer hebt Jahresprognose für 2026 an

Aufgrund der verbesserten Entwicklung im Pharmageschäft passte Bayer mehrere Finanzziele für das Gesamtjahr nach oben an.

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Bayer | Prognose 2026

Bisherige und aktualisierte Jahresprognose

Kennzahl Bisherige Prognose Neue Prognose
Konzern-EBITDA vor Sondereinflüssen 9,6 – 10,1 Mrd. € 9,8 – 10,3 Mrd. €
EBITDA-Marge Pharmaceuticals vor Sondereinflüssen 23 – 25 % 25 – 27 %
Free Cashflow −2,5 bis − 1,5 Mrd. € −1,5 bis − 0,5 Mrd. €
Nettofinanzverschuldung zum Jahresende 29 – 30 Mrd. € 28 – 29 Mrd. €

Quelle: Bayer Quartalsmitteilung Q3 2026.

Die angehobene Prognose spiegelt die verbesserte Profitabilität im Pharmageschäft sowie die Erwartung einer stärkeren Cashflow-Entwicklung zum Jahresende wider.

Allerdings bleibt der erwartete Free Cashflow negativ, während die Verschuldung weiterhin auf einem hohen Niveau liegt.

Rechtsstreitigkeiten und finanzielle Risiken

Die laufenden Rechtsverfahren im Zusammenhang mit Monsanto und Roundup bleiben ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor für Bayer.

Obwohl einzelne US-Gerichtsentscheidungen zuletzt zugunsten des Unternehmens ausfielen, bestehen weiterhin erhebliche rechtliche und finanzielle Risiken.

Zusätzliche Herausforderungen ergeben sich aus den Restrukturierungsmaßnahmen, der Finanzierung bestehender Verbindlichkeiten sowie den laufenden Investitionen in Forschung und Entwicklung.

Entscheidend wird sein, ob die operativen Verbesserungen langfristig zu einer nachhaltigen Steigerung von Ergebnis und Cashflow führen.

Ausblick: Kann das Pharmageschäft die Erholung fortsetzen?

Die Ergebnisse des dritten Quartals zeigen eine Verbesserung der operativen Entwicklung, insbesondere im Pharmageschäft.

Das Wachstum von Nubeqa und Kerendia sowie weitere Fortschritte in der Medikamentenentwicklung könnten die zukünftige Ertragskraft stärken.

Gleichzeitig hängt eine nachhaltige Erholung von mehreren Faktoren ab: einer Stabilisierung der Profitabilität im Agrargeschäft, einer Verbesserung des Free Cashflows, dem Abbau der Verschuldung und einer Verringerung der rechtlichen Unsicherheiten.

Die kommenden Quartale werden zeigen, ob sich die positive Entwicklung der Pharmasparte auf den gesamten Konzern übertragen lässt.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Pharmageschäft als Wachstumstreiber: Nubeqa und Kerendia unterstützen Umsatzwachstum und steigende operative Profitabilität.

  • Jahresprognose angehoben: Bayer erwartet für 2026 ein höheres bereinigtes EBITDA und eine verbesserte Cashflow-Entwicklung.

  • Herausforderungen bleiben: Negativer Free Cashflow, Schwächen im Agrargeschäft und bestehende Rechtsrisiken belasten weiterhin den finanziellen Ausblick.

Kernaussage: Die Q3-Ergebnisse von Bayer zeigen operative Fortschritte, insbesondere im Pharmageschäft. Die angehobene Jahresprognose verbessert die Ergebnisperspektiven. Eine nachhaltige finanzielle Erholung muss sich jedoch erst bestätigen.